24.02.2021

Bußgeldkatalog für Motorradfahrer 2021

Bevor die Motorradsaison im März wieder startet, solltet ihr wissen, welche Bußgelder aktuell auf euch zukommen, wenn ihr gegen die StVO verstoßt. 2020 gab es dazu eine Reform, die allerdings wieder zurückgenommen wurde. Wir haben euch diese im folgenden Beitrag nochmal zusammengefasst und klären auch, wie die Rücknahme des Bußgeldkatalogs im letzten Jahr zustande kam und welche Regelungen aktuell gelten.

StVO Motorrad 2021: Welche Regelungen gelten aktuell?

Es gibt zwar keinen eigenständigen Bußgeldkatalog für Motorradfahrer, aber für Biker gelten dieselben Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO), wie für alle Verkehrsteilnehmer. Ein Verstoß gegen die StVO zieht verschiedene Sanktionen nach sich, die im geltenden Bußgeldkatalog vermerkt sind. Zu diesen zählen beispielsweise Bußgelder bei leichteren Verstößen sowie Punkte in Flensburg oder Fahrverbote bei schwereren Vergehen.

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Motorradfahrer sollten besonders auf folgende Punkte achten, um Bußgelder oder andere Sanktionen zu vermeiden:

  • Beleuchtung Motorrad: Nur wenn eine Beleuchtung an eurem Motorrad vorhanden ist, seid ihr richtig verkehrssicher. Achtet außerdem darauf, dass eure Abblendscheinwerfer und Blinker nicht nur vorhanden, sondern auch unverdeckt und sauber sind.
  • Geschwindigkeitsüberschreitungen: Tempolimits innerhalb und außerhalb von Ortschaften regeln einen reibungslosen Verkehr. Haltet euch also daran, sonst drohen je nach Geschwindigkeitsüberschreitung nicht nur Bußgelder, sondern auch Punkte in Flensburg und Fahrverbote.
  • Veränderungen am Motorrad: Solltet ihr euer Motorrad getunt oder anderweitig verändert haben, muss dies vom TÜV abgenommen sein, um eine gültige Betriebserlaubnis zu erhalten. Die Veränderungen wie Motorradverkleidungen werden in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 eingetragen. Unzulässige Fahrzeugabmessungen sowie eine unerlaubte erhöhte Lärm- und Abgasbelästigung werden sonst sanktioniert.
  • Verkehrsschild Motorrad: So wie das Verkehrszeichen 260, das ein Durchfahrtsverbot für mehrspurige Kfz und Motorräder darstellt, müsst ihr auch alle anderen Verkehrsschilder beachten.
  • Helmpflicht: Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, muss einen geeigneten Motorradhelm tragen. Dabei gibt es verschiedene Modelle, wie Integralhelme, Klapphelme oder Jethelme. Welche dieser Helmarten ihr bevorzugt, ist dabei euch überlassen.
  • Park- und Halteverstöße: Auch für das Parken und Halten gelten besondere Regeln, so dürft ihr beispielsweise nicht mit dem Motorrad auf dem Gehweg parken.

Mit welchen Kosten müsst ihr laut dem Bußgeldkatalog 2021 rechnen?

Bußgeld für Motorradfahrer

Im aktuellen Bußgeldkatalog von 2021 (entspricht dem Bußgeldkatalog vor der StVO-Novelle) werden alle Kosten und Konsequenzen aufgeführt, mit denen ihr bei Verstößen rechnen müsst. Vor allem folgende Verstöße betreffen Motorradfahrer:

Verstoß Bußgeld/Punkte
Freihändig fahren 5 Euro
Ohne Helm fahren 15 Euro
Durch Stau hindurchschlängeln innerorts (rechts überholen) 30 Euro
Durch Stau hindurchschlängeln außerorts (rechts überholen) 100 Euro und 1 Punkt
Rettungsgasse unrechtmäßig nutzen 240 Euro, 2 Punkte in Flensburg, 1 Monat Fahrverbot
Motorrad auf Gehweg parken 55 Euro
Verkehrszeichen missachten 20-25 Euro
Kind auf Motorrad ohne Helm befördern 60 Euro

 

 

Was beinhaltete die StVO-Novelle und warum wurde sie rückgängig gemacht?

Ende April 2020 wurden in einer StVO-Novelle u.a. höhere Strafen für Tempoüberschreitungen sowie Regelungen zur Erhöhung der Sicherheit von Fahrradfahrern und Fußgängern festgesetzt, um diese künftig zu vermeiden.

Da in der Verordnung jedoch nicht die Rechtsgrundlage für die neuen Fahrverbote genannt wurde, war diese als nichtig anzusehen und wurde deshalb rückgängig gemacht. Der Bund forderte daraufhin die Länder auf, die Neuregelungen auszusetzen – deshalb wurde in den meisten Bundesländern wieder der alte Bußgeldkatalog eingeführt.

Die StVO-Novelle umfasste beispielsweise die Erhöhung der Bußgelder für

  • Geschwindigkeitsüberschreitungen,
  • das Parken auf Gehwegen und
  • das Fahren durch die Rettungsgasse.

Auch wenn keine Rettungsgasse gebildet wird, sollte nicht nur das Bußgeld auf 320 Euro erhöht werden, sondern dieses durch einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg ergänzt werden. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen sollten ebenfalls früher Fahrverbote fällig werden, Falschparker hätten mit bis zu 100 Euro Strafe rechnen müssen.

Bußgeldkatalog Motorrad: Was hat sich konkret 2021 geändert?

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was sich 2021 konkret für Motorradfahrer geändert hat, wenn doch die StVO-Novelle ausgesetzt wurde. Viele der Konsequenzen beim Verstoß gegen die StVO sind tatsächlich gleichgeblieben, jedoch müssen Gaffer bei Unfällen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer hohen Geldstrafe rechnen, wenn beispielsweise Unfallbilder von Verstorbenen gemacht werden. Vorher betraf dieser Grundsatz nur Aufnahmen lebender Personen, die bloßstellend wirken können.

Außerdem sind auch die Regelungen zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern aus der StVO-Neuerung weiterhin wirksam und müssen eingehalten werden. Dazu gehört beispielsweise ein Mindestüberholabstand von 1,5 Metern innerorts und von 2 Metern außerorts für das Überholen von Radfahrern und Fußgängern.

Fazit: Wenige Neuerungen im Motorrad-Bußgeldkatalog für 2021

Auch wenn sich 2021 nicht viel am Bußgeldkatalog geändert hat, lohnt es sich, sich regelmäßig zu diesem Thema zu informieren, um stets auf dem Laufenden zu bleiben. Nur so habt ihr im Blick, welche Konsequenzen auf euch warten, solltet ihr gegen die StVO verstoßen.